Deutschland: Politik zum Fremdschämen und Unternehmer-Hass. Warum ich den Stecker ziehe.
- Jens Burghold

- 2. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Jan.

1989 das erste Mal gegründet. Fünf Unternehmen insgesamt in Handel, Software, IT und 3D Druck. Jetzt habe ich meine unternehmerischen Aktivitäten beendet.
Das hat nichts mit fehlenden Aufträgen zu tun. Es hat mit einem Land zu tun, das jedes Unternehmertum zermürbt.
Wenn Symbolpolitik wichtiger wird als echte Arbeit
Unternehmertum ist Risiko, Idee, Einsatz, Ergebnis. In Deutschland kommt die Verwaltung der Verwaltung dazu. Wir liefern Nachweise, damit niemand Entscheidungen trifft. Wir zahlen Umlagen, damit niemand sparen muss. Wir warten auf Genehmigungen, während der Markt weiterläuft.
Ich erlebe, wie Betriebe um jeden Cent kämpfen, während die Politik begleitetes Trinken, Taschengeldkonten und Rauchverbote im Auto diskutiert. Wir produzieren Überschriften und lassen die Arbeit liegen.
Unternehmertum braucht Tempo und Vertrauen in die, die anpacken.
Wenn das Finanzamt Dauergast wird
Das Finanzamt ständig im Haus. Nicht wegen Fehlern. Wegen Perfektion. Meine Buchhalterin arbeitete über alle Maßen korrekt, null Fehler auf der Agenda. Und genau das ist das Problem. Dann sitze ich jedes Mal im Abschlussgespräch und diskutiere über mein Fahrtenbuch. Über jede einzelne Fahrt, jeden Kilometer, jeden Zweck. Als ob wir keine anderen Probleme haben. Ein Staat voller Misstrauen gegen alle, die etwas tun.
Deutschland ist Beamten fit statt Unternehmer fit. Sicherer Schreibtisch, sicheres Gehalt, wenig Risiko. Das wirkt bequem, aber es lähmt ein ganzes Land. Unternehmertum braucht Tempo, Verlässlichkeit, schlanke Wege. Wir binden Chancen an Formulare, wir zerren Investitionen in die Länge, wir verwechseln Haltung mit Ergebnis. Das Ergebnis ist Stillstand. Permanent.
Ich habe die Freude an einem Staat verloren, der Unternehmer wie einen Systemfehler behandelt.
Ich brauche keine Beifallskultur, ich brauche Verlässlichkeit, einfache Wege, Regeln, die halten, Abgaben, die Investitionen erlauben. Die Zukunft geht uns verloren, wie ich es auch hier auf meinem Blog zu humanoiden Robotern beschrieben habe.
Die irren Forderungen des Marcel Fratzscher, dem Claqueur der SPD
Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, liefert regelmäßig Steilvorlagen für die SPD Umverteilungsphantasien. Dazu passt sein Forderungskatalog:
Wahlrecht ab der Geburt, Wahlverbot für Menschen ab 70
Boomer-Soli zur Finanzierung der Sozialsysteme,
verpflichtendes soziales Jahr und Wehrpflicht für Rentner,
Zwangs-WGs älterer Menschen in zu großen Häusern.
Es ist immer dasselbe Muster. Umverteilen, belasten, bevormunden. Von Menschen, die nie selbstständig einen Cent erwirtschaftet haben, aber genau wissen, was andere mit ihrem erarbeiteten Geld tun sollen.
Meine Generation zahlt seit Jahrzehnten in Systeme ein, die jetzt von diesen Leuten geplündert werden.
Wir haben eine Herrschaft der Schlechtesten, eine Kakistokratie. Sie ziehen ihre ideologische Agenda rücksichtslos durch, ohne jegliches Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung. Ich hatte es hier bereits 2022 beschrieben. Ich dachte, es kann nicht schlechter kommen. Ich täuschte mich. Die Wähler werden es danken.
Ich habe 36 Jahre investiert. In das Land, in die Menschen, in Ideen. Jetzt fühlt sich alles nicht mehr gut an. Wir brauchen weniger Angst vor Veränderung. Und mehr Mut, Dinge einfacher zu machen.
Politische Eskalation, die spaltet und ratlos macht
Wenn der Thüringer Innenminister mit angestrengt besorgtem Gesicht, mit weinerlicher Stimme in die Kamera blickt und über die seiner Meinung nach bösartige AfD fabuliert, möchte man ihm am liebsten ein paar Taschentücher zuwerfen. Er sollte seine Tränen trocknen und sich endlich den wirklichen Problemen zuwenden!
Bärbel Bas und der Kampf gegen Arbeitgeber und Unternehmer
Wenn eine Bundesarbeitsministerin auf dem Juso Kongress sagt, ihr sei beim Arbeitgebertag „besonders deutlich geworden, gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen“, dann weiß ich, woher der Wind weht. Da spricht nicht irgendeine Hinterbänklerin, da spricht die Verantwortliche für Arbeit und Soziales und stellt Unternehmer und Arbeitgeber als Gegenseite dar.
Sie feiert die nächste Mindestlohnerhöhung, als wäre die SPD damit automatisch auf der Seite der Guten. Kein Wort dazu, dass diese Regierung alles unterlässt, um die Lohnnebenkosten zu senken. Dabei wäre genau das der ehrlichere Weg, mehr Geld in die Taschen der Mitarbeiter zu bringen, ohne die Unternehmen noch stärker zu belasten. Statt Strukturreformen wird an einer Zahl gedreht und Applaus abgeholt.
Wer in Ministerämtern ernsthaft den „Kampf“ gegen diejenigen ausruft, die investieren, ausbilden, Risiko tragen und Löhne zahlen, der hat das Prinzip sozialer Marktwirtschaft nicht verstanden.
Mit welchem Recht ruiniert diese SPD unser Land?
Wenn Unbedachtheit Regierungsprogramm wird
Ich erlebte einen Bundeskanzler, der die Tragweite seiner unbedachten Äußerungen kognitiv nicht einordnen kann. Merz beleidigt den argentinischen Präsidenten Milei und wirft ihm vor, das Land zu ruinieren. Ich frage mich, was das soll? Milei hat seine Wahlversprechen gehalten, im Unterschied zu unserem Kanzler.
Gegenüber Brasilien ein weiterer diplomatischer Fauxpas. Bei der Weltklimakonferenz in Belém macht sich Merz über die Stadt lustig. Ich schaue mir das an und schüttele nur noch den Kopf. Brasiliens Präsident Lula reagiert scharf, brasilianische Medien sprechen von Arroganz.
Ich sehe, wie die Welt zuschaut und leise lacht. Wir dagegen müssen mit den Konsequenzen leben.
Ich wünsche mir eine Politik, die die Temperatur senkt, die Konflikte politisch austrägt, die Regeln achtet und Arbeit ermöglicht. Eine Politik, die nicht jeden Tag ein neues Alarmbild erzeugt, sondern die großen Aufgaben in der richtigen Reihenfolge abarbeitet.
Deutschland: Ein Land, das unattraktiv, verbittert und langweilig geworden ist
Deutschland schmiert ab. Ein langsames, ödes, unansehnliches Dahinsiechen. Ein Land, das für leistungsbereite Menschen zunehmend unattraktiv wird. Nicht durch Krieg oder Katastrophen, sondern durch etwas weitaus Perfideres, durch eine selbstgerechte Elite, die ihre Fehler nicht eingestehen kann, durch ein Shitbürgertum, das im Biosupermarkt groß geworden ist und glaubt, Wohlstand sei selbstverständlich. Warum hält ein Land am Status quo fest, bis es komplett gegen die Wand fährt?
Deutschland steht im dritten Rezessionsjahr. Die Infrastruktur bröckelt, die Wirtschaft stagniert, der IWF sieht uns auf dem letzten Platz im Wachstumsausblick 2025.
Doch statt mutiger Reformen erleben wir moralische Überheblichkeit, Denkverbote und eine Medienlandschaft, die eher Aktivismus als Journalismus betreibt. Sechzig Prozent der Deutschen sagen, sie trauten sich nicht mehr, offen zu sprechen. Das ist keine Demokratie mehr. Das ist eine Bankrotterklärung.
Das stille Ende
Ich habe Risiken getragen, die kein Beamter je tragen wird. Jetzt bin ich müde.
Das ist das Ende meiner unternehmerischen Reise in Deutschland. Keine Wut, kein Drama. Nur die stille Erkenntnis, dass es Zeit ist zu gehen.

















