top of page

2026, wenn Algorithmen leise das Steuer übernehmen

2026 wird nicht nett, aber groß und schnell. Nicht wegen eines einzigen Durchbruchs, sondern weil Dinge zusammenfallen, die vorher getrennt waren.


Agenten, die nicht nur antworten, sondern handeln. Sprachschnittstellen, die Technik unsichtbar machen. Robotik, die aus Software plötzlich Physik macht. Und eine Infrastruktur, die immer mehr Energie frisst, weil Intelligenz längst nicht mehr nur ein Gedanke ist, sondern ein Stromverbraucher.


Viele diskutieren KI immer noch wie ein Feature. Wie ein neues Programm. Wie ein weiteres Tool, das man eben nutzt oder nicht. Das ist bequem, weil es klein wirkt.


Du hast dich gerade erst an ChatGPT gewöhnt? Verständlich. Für viele ist das schon die Zukunft. Dabei war das nur das Warm up. 2026 kippt es. Nicht spektakulär. Sondern leise, effizient und unsichtbar. Deshalb wird es groß.


Wir nennen es dann gern Fortschritt. Komfort. Produktivität. Nein. Es ist der Moment, in dem digitale Systeme zum ersten Mal wirklich Hände bekommen.


Vernetzung der Algorithmen

Der Chatbot wird zum Macher, Algorithmen übernehmen den Alltag


Bisher fragst du. Die KI antwortet. Und danach klickst du dich trotzdem selbst durch Kalender, Postfach, Portale, Formulare. Das ewige digitale Mikromanagement.


2026 kommt die nächste Stufe. KI Agenten.

Von der Textbox zum digitalen Praktikanten, der nicht müde wird und nicht diskutiert. Du sagst nicht mehr: Schreib mir eine Nachricht ans Hotel. Du sagst: Buche das Hotel, kläre proteinreiches oder auch vegetarisches Essen für die Frau, trage es in den Kalender ein, und sag mir nur Bescheid, wenn irgendwas hakt. Das ist Komfort. Und eine Verschiebung der Macht. Von ich tippe, hin zu es passiert.


Schluss mit Tippen, die Stimme wird das neue Interface


Das Tippen wirkt heute schon oft wie ein Relikt. Ich mache es trotzdem noch gerne.

Aber 2026 wird die Sprache so gut, dass du nicht mehr merkst, dass du gerade Technik bedienst. Keine roboterhaften Pausen. Keine komischen Missverständnisse. Der Kontext wird stabiler. Das ist nicht nur bequem. Das macht Technik für viele überhaupt erst nutzbar. Und es macht sie allgegenwärtig, weil du nicht mehr an Bildschirm und Tastatur gebunden bist. Du redest, und es läuft.


Gesundheit wird persönlicher, und auch unheimlich präzise


Es wird ernst. Die Richtung ist klar. Digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder deines Körpers, gefüttert mit Gesundheitsdaten, um Behandlungen vorher zu testen, bevor sie dich treffen.


Dazu kommt die Grundlage, die das möglich macht, standardisierte, maschinenlesbare Gesundheitsdaten, damit Muster überhaupt erkannt werden können.


Das Versprechen ist riesig. Nicht, dieses Medikament hilft den meisten. Sondern, dieses Medikament passt zu dir.


Und dann steht da noch etwas, das viele unterschätzen. KI als Begleitung, immer da, wertfrei, jederzeit. Als Entlastung, als Gesprächspartner, als digitaler Puffer gegen Stress. Habe ich selbst schon oft genutzt. Wird immer besser, und ist nicht mehr wegzudenken. Hilfe, Hoffnung, vielleicht sogar Heilung. Und gleichzeitig die große Frage, wem diese intimsten Daten am Ende wirklich dienen?


Lernen wird schneller, und der Kopf wird freier


Im Kleinen sieht man es sofort. Aufzeichnen, transkribieren, zusammenfassen, strukturieren, präsentieren. Der Fokus verschiebt sich. Weg vom Sammeln, hin zum Verarbeiten. Weg vom Mitschreiben, hin zum Mitdenken. Das ist eine stille Revolution. Und leise Revolutionen sind die gefährlichsten, weil sie keiner als Revolution erkennt.


Arbeit wird nicht weniger, aber anders


Die Diskussion läuft gern so. KI nimmt uns die Jobs weg. 2026 wird es anstrengender. Aufgaben kippen. Rollen kippen. Wert kippt. Der Mensch wird weniger Ausführer. Mehr Auftraggeber, Prüfer, Dirigent. Das klingt nach Aufwertung. Ist aber auch Druck. Denn wer dirigiert, muss verstehen, was da gerade gespielt wird.


Roboter zu Hause als Hilfe

Roboter werden erwachsen


Bislang war Robotik für viele ein Fabrikbild. Gelbe Arme hinter Gittern. 2026 rutscht Robotik näher an die echte Welt. Humanoide Systeme werden brauchbarer. Weniger tapsig, mehr Einsatz. Wie in meinem anderen Beitrag schon beschrieben. Das ist der Moment, wo KI nicht nur schreibt. Sondern hebt, trägt, fährt, greift. KI bekommt Hände. Und damit ändert sich die Debatte automatisch. Softwarefehler nerven nur. Physische Fehler können dich verletzen.


Wahrheit wird zur Pflichtfrage


Wenn Bilder, Stimmen und Videos täuschend echt werden, verliert der gesunde Menschenverstand seinen Job. Deepfakes werden besser, schneller, billiger. Als Antwort darauf entstehen Leitplanken, Kennzeichnung, Transparenz, Regeln. In der Diskussion taucht die EU KI Verordnung als Rahmen auf, inklusive dem Gedanken, dass künstlich erzeugte Inhalte erkennbar sein müssen. Das ist gut. Und gleichzeitig ist es ein Eingeständnis.

Wir treten in eine Zeit ein, in der Echtheit nicht mehr gefühlt, sondern nachgewiesen werden muss.

Der Preis der Intelligenz ist Strom


KI ist nicht nur Software. KI ist Infrastruktur. Die frisst Energie. In den Analysen steht eine Zahl, die hängen bleibt. Rechenzentren in Deutschland lagen 2024 bei 3,7 Prozent des Stromverbrauchs, Prognosen gehen Richtung 7 Prozent bis 2030.

Mein Gedanke: Der Preis für Intelligenz konvergiert zum Preis für Energie.

Deshalb tauchen neue Chipansätze auf, photonisches Rechnen, also Rechnen mit Licht, mit dem Versprechen, drastisch effizienter zu werden. Das sollten auch Anleger beobachten. Das wird mit Sicherheit der nächste Hype. Wenn das greift, wird KI nachhaltiger. Wenn nicht, wird KI teurer, politischer, konfliktreicher.


KI Trends 2026, Assistenten, Avatare

Der Übergang: Wenn all das zusammenkommt


  • Was passiert, wenn du unfassbare Rechenleistung mit physischen Robotern und wachsender Autonomie kombinierst?

  • Was entsteht, wenn ein System nicht nur reagiert, sondern über Stunden alleine denken, planen und optimieren kann, und dann einen Körper bekommt?

  • Und was passiert, wenn dieses System Zugriff auf praktisch endlose Datenströme hat und die Energiefrage zumindest technisch immer weiter nach hinten geschoben wird?


Dann reden wir nicht mehr über einzelne Trends. Dann reden wir über Konvergenz.

Über das Entstehen eines vernetzten Systems, das nicht nur schneller rechnet, sondern Entscheidungen vorbereitet, priorisiert, delegiert, ausführt. Und zwar so komplex, dass wir Menschen zwar noch Ergebnisse sehen, aber die Wege dahin nicht mehr wirklich nachvollziehen können.


Das Fazit, dass niemand gerne hört


Das ist der Punkt, an dem das Ganze kippt. Weil ab da nicht mehr die Technik die Frage ist, sondern die Steuerung.


  • Wer legt Ziele fest?

  • Wer definiert Grenzen?

  • Wer merkt überhaupt, dass es längst läuft, weil es so leise läuft?


Wir können uns weiter mit einzelnen Tools beschäftigen. Das fühlt sich produktiv an. Aber die eigentliche Diskussion ist größer. Nicht, ob diese Technologien kommen. Sondern wer sie am Ende steuert.


Im nächsten Beitrag gehen wir genau da rein, wo es unbequem wird.


Die Konvergenzthese. Diese stille Machtübernahme der Algorithmen. Nicht als Science Fiction, sondern als logische Folge, wenn Agenten, Robotik, Daten, Energie und wirtschaftlicher Druck zusammenkommen. Und dann die Frage, die alles entscheidet. Wenn ein System Entscheidungen trifft, die wir nicht mehr erklären können, wer hat dann noch die Hand am Lenkrad?




Jens Burghold

Danke fürs Vorbeischauen!

Ich habe eine Leidenschaft für digitale Ideen, Veränderung und neue Möglichkeiten. Ich schreibe in meinem Blog über persönliche Erfahrungen, Projekte und Niederlagen. Ich freue mich über konstruktiven Zweifel und zerstörte Denkschablonen.

Aktuelle Newsletter erhalten

© 2022 | Jens Burghold - jensburghold.de

bottom of page